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Landesforstverwaltung NRW

In Gesprächen mit Freunden und Bekannten, aber genauso Kundengesprächen, habe ich oftmals den Eindruck, dass Begriffe wie Landesforstverwaltung, Regionalforstamt oder Schwerpunktaufgabe nicht bekannt oder nicht verständlich sind. In diesem Beitrag möchte ich daher kurz und knapp den Aufbau der Landesforstverwaltung NRW, den Aufbau und die Stellung des Landesbetriebes Wald und Holz NRW sowie der Schwerpunktaufgabe Waldschutzmanagement vorstellen.

Die Landesforstverwaltung NRW besteht einerseits aus dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKUNLV) sowie dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW. Das Ministerium nimmt die Aufgaben der obersten Forstbehörde wahr. Sie führt die Dienst- und Fachaufsicht über den Landesbetrieb Wald und Holz NRW.

Der Landesbetrieb Wald und Holz NRW nimmt die Aufgaben der unteren und höheren Forstbehörde wahr. Der Landesbetrieb besteht aus einer Zentrale, 14 Regionalforstämtern, dem Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald sowie dem Nationalparkforstamt Eifel. Vorort wird der Wald in NRW von insgesamt 300 Försterinnen und Förstern betreut.


Exkurs: Was ist ein Landesbetrieb?
Legaldefinition: Ein Landesbetrieb ist ein rechtlicher unselbständiger, organisatorisch abgesonderter Teil der Landesverwaltung, dessen Tätigkeit erwerbswirtschaftlich oder zumindest auf Kostendeckung aus ist.

Fazit: Auch wenn Begriffe wie z.B. „Staatliches Forstamt“ durch „Landesbetrieb Wald und Holz NRW“ oder „Regionalforstamt“ ersetzt wurden, zeigt die Definition jedoch, dass es sich hier immer noch um eine Behörde handelt.



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Ein "klassisches" Regionalforstamt in Nordrhein-Westfalen besitzt vier Fachgebiete. Das erste Fachgebiet sind die Zentralen Dienste (interne Verwaltung), das zweite Fachgebiet ist die Staatswaldbetreuung, das dritte Fachgebiet ist die Privat- und Körperschaftswaldbetreuung und das vierte Fachgebiet ist die Hoheit. Dadurch dass alle Besitzarten sowie die Hoheit vom Landesbetrieb Wald und Holz wahrgenommen werden, spricht man auch von einer Einheitsforstverwaltung.
Die Försterinnen und Förster vor Ort sind je nach Waldbesitzart entweder dem Fachgebiet Staatswald oder dem Fachgebiet Privatwald im jeweiligen Regionalforstamt zugeordnet. Diese haben normalerweise kein Büro im Regionalforstamt, sondern stellen ein Büro in ihrer Privatwohnung zur Verfügung.

In Nordrhein-Westfalen ist über 44 % der Waldfläche in Privathand. Lediglich 15 % der Waldfläche gehört dem Land Nordrhein-Westfalen (= Staatswald). Somit haben einige Regionalforstämter kein Fachgebiet Staatswaldbetreuung. Die anderen drei Fachgebiete sind aber in jedem Regionalforstamt vorhanden.

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Eine Schwerpunktaufgabe stellt eine Besonderheit innerhalb der Landesforstverwaltung dar. Sie ist meist nur 1-mal in NRW vorhanden und somit immer überregional verantwortlich. Eine Schwerpunktaufgabe hat entweder eine gesetzliche Grundlage nach der sie handelt oder dient der internen Verwaltung (z.B. unser Buchungsschwerpunkt).

Die Schwerpunktaufgabe Waldschutzmanagement mit Sitz in Gummersbach (im Dienstgebäude des Regionalforstamtes Bergisches Land) ist 1-mal in NRW vorhanden. Die Aufgaben, die die Schwerpunktaufgabe wahrnimmt, lassen sich grob in drei Bereiche aufteilen: Pflanzengesundheitsdienst, Pflanzenschutzdienst und Waldschutz.

Pflanzengesundheitsdienst: Die Import- und Exportkontrolle von Holz in Form von Schnitt- oder Rundholz sowie die Kontrolle von Verpackungsholz in Gebrauch sind die wichtigste Aufgabe des Pflanzengesundheitsdienstes. Diese Aufgabe soll in Zeiten der Globalisierung die Verbreitung und Verschleppung von Krankheiten und Schadorganismen verhindern. Aber nicht nur die Kontrolle des Produktes (das Holz) oder der Verpackung, sondern auch die jährliche Kontrolle der Betriebe, die Holzverpackungen herstellen oder behandeln, ist Aufgabe des Pflanzengesundheitsdienstes.

In Nordrhein-Westfalen werden die Aufgaben des Pflanzengesundheitsdienstes von zwei Behörden wahrgenommen. Einerseits vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW, der für Holz und deren Erzeugnisse sowie für Holzverpackungen zuständig ist, andererseits von der Landwirtschaftskammer NRW, die für Lebensmittel, Schnittblumen und lebende Pflanzen zuständig ist.

Pflanzenschutzdienst: Der Pflanzenschutzdienst ist zuständig für die Überwachung von Pflanzenschutzmitteln. Darunter fallen z.B. die Beratung und Anleitung von Sachkundigen, die Pflanzenschutzmittel anwenden möchten. Zudem gehört die (unangekündigte) Kontrolle der Anwender zu diesem Bereich. Stellungnahmen und Beratungen bei gesetzlichen Fragestellungen bzw. Gesetzesänderungen sowie die fachliche Begleitung bei Zulassungsverfahren von Pflanzenschutzmitteln sind weitere Aufgaben des Pflanzenschutzdienstes. Ebenso gehört die Forschung und Veröffentlichung von Anwendungsergebnissen zu diesem Tätigkeitsfeld.

Waldschutz: Die Beratung von Waldbesitzern, Kommunen oder jedem anderen Interessierten ist die wichtigste Aufgabe des Waldschutzes. Eine gute Beratung kann aber nur dann durchgeführt werden, wenn vorab z.B. ein Monitoring, also die Beobachtung der Entwicklung von Buchdrucker, Eichenwickler, Frostspanner und weiteren Forstschädlingen durchgeführt worden ist. Aber nicht nur Tiere können Schäden im Wald anrichten. Auch Baumkrankheiten können zu einem flächigen Problem werden. Dies wird ebenfalls untersucht. Die Ergebnisse werden dann in Info- und Warnmeldungen zusammengefasst oder für Vorträge, Flyer und Broschüren aufbereitet.

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